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Donnerstag, 23. Januar 2014

Filmgeschichte der New Yorker U-Bahn

Ein ganz kurzer Abriss mit Clips 

als Nachtrag zu meinem letzten Post


Ziemlich falsche Erinnerungen hatte ich an die U-Bahn in Death Wish: neuer Zug, 1974 noch ganz ohne Graffiti. Trotzdem ein gutes Bespiel für das, was ich als "U-Bahn-Grauen des zwanzigsten Jahrhunderts" bezeichnet habe. (Vor wem hättet ihr mehr Angst? Vor den Rowdies mit Messern oder doch eher vor dem faschistoiden (Schieß-)Wutbürger?!)


Auch in The Warriors begegnet sich sozial Ungleiches in der Subway, 1979 dann schon mit Graffiti, nicht unbedingt auf freundschaftlicher Basis. Trotzdem eine interessante Perspektivverschiebung zum ersten Clip. Die "Gangster" nicht mehr als "asoziale Elemente", die für den hart arbeitenden Kleinbürger den Weg in den wohlverdienten Feierabend zu einem lebensgefährlichen Unterfangen machen, sondern als Antihelden des Films, die selbst sichtlich müde nur noch nachhause wollen - und dabei in einer erstaunlich einfühlsamen Szene, die mir Lust macht, den Film nach Jahren wiederzusehen, zum "Opfer" sozialer Stigmatisierung werden.


 
Der ganze Film ist übrigens, der Vorspann beweist es, nicht zuletzt eine Hommage an das New Yorker-U-Bahn-Netz (und ein einzigartiges Denkmal für seinen Zustand Ende der Siebziger).


In der wohl berühmtesten - und vielleicht schönsten - Szene von Wild Style wird die U-Bahn zu einem Hauptschauplatz alternativer und kreativer Lebensentwürfe (oder zumindest einer - im besten Sinne des Wortes - naiven Utopie davon).

http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=SKR-rQtAFNs

Akermans Subway-Impressionen:
























Nur für Hartgesottene (schon allein, weil das Cinemascope-Format auf 4:3 zurechtgestutzt wurde): Das U-Bahn-Grauen des 21. Jahrhunderts in The Midnight Meat Train.

 
 
 
Wem das Lust auf mehr gemacht hat, der kann sich hier einen wesentlich ausführlicheren Überblick verschaffen:
 
 
Und noch ein kurioses Fundstück meiner YouTube-Recherche:
 


Mittwoch, 31. Juli 2013

Ältere Hollywood-Filme auf DVD

Was die Veröffentlichung von - gerade eher unbekannten - Titeln aus ihrem Back-Katalog auf DVD anbelangt, haben sich die großen Hollywood-Studios meistens nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Eine in ein mehr oder weniger lieblos gestaltetes Cover gesteckte Disc, auf die sich, wenn überhaupt, als Bonus-Material ein Trailer verirrt hat, bilden eher die Regel als die Ausnahme. Warner machte es eine zeitlang auf sehr interessante (ja, umso mehr ich drüber nachdenke: geradezu großartige) Weise anders, indem sie als Bonusmaterial einige kurze Clips packten, die die Aufführungspraxen in den amerikanischen Kinos der Dreißiger bis Fünfziger Jahre veranschaulichen sollten. Die zeitgenössischen (immer im genauen Produktionsjahr des Hauptfilms entstandenen) Cartoons, Ausschnitte aus Wochenschauen, Kurzfilme, etc. machen es für den heutigen Zuschauer zu hause nicht nur deutlich, wie der Kontext der Projektion eines feature films in der damaligen Zeit - in etwa - aussah, sie werten auch die Scheiben an sich bisweilen ungemein auf: So sind bspw. auf der DVD von Vincente Minnellis, sagen wir vorsichtig, nicht ganz zu Unrecht weitestegehend vergessenem Undercurrent, die special features, der Tex Avery-Cartoon Lonesome Lenny und der Kurzfilm Traffic with the Devil, ein von der Polizei in Auftrag gegebener Aufklärungsfilm für bewusstes Verhalten im Straßenverkehr, fast interessanter als das eigentliche feature.
Auf der DVD von The Roaring Twenties, den ich mir vor einigen Tagen angesehen habe, finden sich neben dem bezaubernden Cartoon Thugs with dirty Mugs, ebenfalls von Avery und übrigens als großartige Parodie auf Edward G. Robinson angelegt, den ich nach Cheyenne Autumn und dem Wiedersehen mit Double Indemnity für einen der interessantesten Schauspieler des klassischen Hollywood halte, auch die All Girl Revue.
Das achtminütige Musical, in dem es darum geht, dass die Frauen einen Tag lang in New York das Sagen haben, ist einerseits eine patriarchalische Phantasie vom Matriarchat, wenn ich je eine gesehen habe. Frau fällt außer in der Stadt mal so richtig zu putzen ("make the city pretty") natürlich nichts ein, was sie mit ihrer befristeten Herrschaft anfangen könnten.
Andererseits ist es aber eben auch die Art von charmantem Blödsinn Made in Hollywood, die aus einer Camp-Perspektive betrachtet, und eine andere Rezeptionshaltung erschließt sich - mir jedenfalls - aus heutiger Sicht so ohne Weiteres nicht, verdammt viel Spaß machen kann.

http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=ZNnWWDG0HUk